Rechtshändig
Wer Frachtgut verschickt, muss notwendig in globalen Zusammenhängen denken. Autoren, die im Netz schreiben, tun es ohnehin. Wenn nun zur Berlinale die erste Ausgabe der Zeitschrift „cargo“ erscheint, deren virtueller Avatar sich im Internet bereits seit Monaten einen festen, vielbeachteten Platz erobert hat, ist der Zeitpunkt nicht nur aus Marketing-Gründen gut gewählt. Ob die Herausgeber Ekkehard Knörer, Bert Rebhandl und Simon Rothhöler wohl vorausgeahnt haben, dass der kulturelle Transfer ein so zentrales Thema des Festivals sein würde?
Wenn man eine neue Konkurrenz begrüßt, dann tut man dies geschickter weise mit einem Wohlwollen, das die eigene Großzügigkeit ausstellt und sich sodann in zusehends linkshändigen Komplimenten manifestiert. Es geht vielleicht auch anders herum.
Im Inhaltsverzeichnis fand ich wenige Themen, die mich auf Anhieb brennend interessieren. Das Interview mit Thomas Harlan ist erwartbar lesenswert, es gibt eine kluge Zwischenbilanz der Karriere Tom Tykwers, die mit „The International“ womöglich in eine neue Dimension eingetreten ist. Erfreulich, dass Ekkehard Knörer das sträflich vernachlässigte Genre des Drehberichts wieder aufleben lässt. Und Diedrich Diedrichsens Text zu „35 Rum“ (hier allerdings im Originaltitel belassen) hat meine Ansicht einigermaßen widerlegt, man solle Pop-Autoren wie ihn besser nicht über das Kino schreiben lassen. Das Layout ist ruhig und streng; es schämt sich der Textmenge nicht.
Es gelingt den Redakteuren, die poröse Form des Blogs auf gut 100 Zeitschriftenseiten zu übertragen: Assoziationsreichtum, Freizügigkeit in der Wahl der Themen, Formen und Textlängen (Volker Pantenburgs Porträt des exzellenten DVD-Verlags „Carlotta“ hätte ich mir ausführlicher gewünscht), ausgreifende Interessen, viel Philosophisches, einen Blick, dem das Kino allein nicht genügt. Eine Einladung zum Dialog unter Eingeweihten.
Wenn man eine neue Konkurrenz begrüßt, dann tut man dies geschickter weise mit einem Wohlwollen, das die eigene Großzügigkeit ausstellt und sich sodann in zusehends linkshändigen Komplimenten manifestiert. Es geht vielleicht auch anders herum.
Im Inhaltsverzeichnis fand ich wenige Themen, die mich auf Anhieb brennend interessieren. Das Interview mit Thomas Harlan ist erwartbar lesenswert, es gibt eine kluge Zwischenbilanz der Karriere Tom Tykwers, die mit „The International“ womöglich in eine neue Dimension eingetreten ist. Erfreulich, dass Ekkehard Knörer das sträflich vernachlässigte Genre des Drehberichts wieder aufleben lässt. Und Diedrich Diedrichsens Text zu „35 Rum“ (hier allerdings im Originaltitel belassen) hat meine Ansicht einigermaßen widerlegt, man solle Pop-Autoren wie ihn besser nicht über das Kino schreiben lassen. Das Layout ist ruhig und streng; es schämt sich der Textmenge nicht.
Es gelingt den Redakteuren, die poröse Form des Blogs auf gut 100 Zeitschriftenseiten zu übertragen: Assoziationsreichtum, Freizügigkeit in der Wahl der Themen, Formen und Textlängen (Volker Pantenburgs Porträt des exzellenten DVD-Verlags „Carlotta“ hätte ich mir ausführlicher gewünscht), ausgreifende Interessen, viel Philosophisches, einen Blick, dem das Kino allein nicht genügt. Eine Einladung zum Dialog unter Eingeweihten.
midding - 14. Feb, 11:33