Die Rückkehr des Wohlgefallens
Die Genügsamkeit kann so zermürbend sein wie die Unzufriedenheit. Am siebten Tag des Wettbewerbs hat man gelernt, sich in sein Schicksal zu fügen. Die Erwartungen pendeln sich auf einem Niveau ein, das Irgendjemanden beschämen sollte. Ist es, trotz allem, nur Nostalgie, die einem die Vorjahre spannender erscheinen ließ? Die Kraft, noch auf die Wendung zum Gelungenen zu hoffen, schwindet. Von Pariser Kollegen erfahre ich, wie großartig der neue Film von Cédric Kahn ist, der für den Wettbewerb abgelehnt wurde. Was ist an seine Stelle getreten: „London River“, „Mammoth“ oder „Rage“?
In diesem Zustand mag ich dem Wohlgefallen noch nicht ganz trauen, das „La Teta asustada“ bei mir auslöst. Man will sein Herz schließlich nicht an einen Konsensfilm verlieren. Aber vielleicht ist die verquere, ganz und gar nicht schwerfällige Symbolik der Bilder ja gegen diese Skepsis gefeit. Das Zögern, die Wortkargheit des Films haben ihren eigenen Reiz: den der Überwindung. Ein kleiner Fehdehandschuh ins Gesicht derjenigen Kritiker, die im Kino gern das härene Hemd anziehen und glauben, Genuss an der erdrückenden Glanzlosigkeit empfinden zu müssen, die uns aus dem Iran, China und Argentinien in den letzten Jahren wie eine puritanische Heilsbotschaft verkündet wurde. Dass die engelsgesichtige Magaly Solier bei jeder Gelegenheit, sei es die Pressekonferenz oder der Auftritt bei radio eins, zu Singen beginnt, ist noch kein Argument für den Film, aber auch kein Ärgernis. Ich habe gern Zeit mit ihrem Verharren und ihrer Lebensangst verbracht, die durch ihre Überwindung nicht diskreditiert werden.
In diesem Zustand mag ich dem Wohlgefallen noch nicht ganz trauen, das „La Teta asustada“ bei mir auslöst. Man will sein Herz schließlich nicht an einen Konsensfilm verlieren. Aber vielleicht ist die verquere, ganz und gar nicht schwerfällige Symbolik der Bilder ja gegen diese Skepsis gefeit. Das Zögern, die Wortkargheit des Films haben ihren eigenen Reiz: den der Überwindung. Ein kleiner Fehdehandschuh ins Gesicht derjenigen Kritiker, die im Kino gern das härene Hemd anziehen und glauben, Genuss an der erdrückenden Glanzlosigkeit empfinden zu müssen, die uns aus dem Iran, China und Argentinien in den letzten Jahren wie eine puritanische Heilsbotschaft verkündet wurde. Dass die engelsgesichtige Magaly Solier bei jeder Gelegenheit, sei es die Pressekonferenz oder der Auftritt bei radio eins, zu Singen beginnt, ist noch kein Argument für den Film, aber auch kein Ärgernis. Ich habe gern Zeit mit ihrem Verharren und ihrer Lebensangst verbracht, die durch ihre Überwindung nicht diskreditiert werden.
midding - 13. Feb, 01:04